Girls’ Day als internationale Initiative

 

Ausgangsposition in Tirol

·        unter den Top-Ten-Lehrberufen von Mädchen findet sich nur ein einziger technischer Beruf(Chemielabortechnikerin)

·        die Hälfte der Mädchen wählt aus nur drei Berufen, knapp 80% wählen einen der traditionellen Top-Ten-Lehrberufe

·        80% Frauen studieren an der Fakultät für Bildungswissenschaften

·        13% Frauen studieren an der Fakultät für Bauingenieurwissenschaften

·        In Tirol liegt damit viel weibliches Potenzial zur Belebung des Arbeitsmarkts und zur Weiterentwicklung von Fachbereichen brach! Denn: Frauen verbessern nachweislich das Klima in Betrieben und erweitern das Spektrum an Lösungsansätzen.
Eine Studie aus Schweden zeigt, dass Unternehmen mit gemischtgeschlechtlichen Teams durchschnittlich mehr wirtschaftliche Rentabilität aufweisen, je nach Branche bis zu 3% mehr!

·        Knapp 630 Schülerinnen aus 34 Tiroler Schulen nahmen 2010 am Girl` Day teil und waren in zirka 100 Unternehmen und Institutionen unterwegs.

 

Evaluationsergebnisse Girls` Day 2010

Das Ziel des Girls` Days, technische und handwerkliche Berufe ins Bewusstsein von Mädchen zu rücken, konnte 2010 ein weiteres Mal erfolgreich erreicht werden:

·        79,9% (2009:79,3%) der Mädchen geben an, am Girls' Day neue Tätigkeiten/Berufe kennen gelernt zu haben.

·        56% (2009:44,4 %) der Mädchen können sich vorstellen, später in dem Bereich zu arbeiten, den sie am Girls' Day kennen gelernt haben.

·        34,9% (2009:23,6%) der Mädchen haben am diesjährigen Girls' Day ihren neuen Wunschberufe entdeckt.

·        90% (2009: 84%) der befragten Unternehmen und Institutionen sind der Meinung, dass die Mädchen Interesse und Engagement beim Girls` Day aufwiesen.

·        85% (2009: 90%) der Unternehmen haben wie auch im vergangenem Jahr überwiegend positive Rückmeldungen Ihrer MitarbeiterInnen zum Girls` Day erhalten.

·        23,4% der Mädchen zeigten Interesse an einem Ausbildungsplatz im Betrieb (2009: 13,9%).

·        65,9% (2009: 41,9%) der Unternehmen gaben an am Girls` Day teilzunehmen, um den Frauenanteil in ihrem Betrieb zu erhöhen.

 

Erfahrungswerte

·        Mädchen interessieren sich im Vorfeld des Girls` Days fast ausschließlich für Berufe, die sie kennen.

·        Denn von Berufen in Handwerk und Technik haben Mädchen meist nicht mal ein vages Bild.

·        Das Interesse für Berufe in Technik und Naturwissenschaft entsteht erst im Erleben des Berufs mit allen Sinnen am Girls` Day u. ä.

·        Für Eltern und Schulen: Vorbereitung und Bestärkung der Mädchen durch Lehrpersonen und Eltern im Vorfeld sind wichtig!!! – Girls` Day in den Jahreslehrplan einbetten!

·        Für Unternehmen: Das fixe Einbetten des Girls` Day hebt die Chance, gute Nachwuchskräfte zu finden.

·        Unternehmen stehen der Idee des Girls` Day sehr offen gegenüber und investieren viele zeitliche und personelle Ressourcen in den Tag.

·        Gründe für Teilnahme von Unternehmen: gesellschaftspolitisches Anliegen, PR, teambildende Maßnahme im Betrieb, Erschließung von Personalressourcen, Belebung des Arbeitsmarktes

·        Wichtig: Unternehmen transportieren, dass es um eine erste Sensibilisierung der Mädchen geht und neue berufliche Möglichkeiten aufgezeigt werden.

·        Erfolg des Girls` Day nicht an der Nachfrage von Praktikums- oder Ausbildungsplätzen messen!

·        Ehemalige Girls` Day Teilnehmerinnen sind nun Mitarbeiterinnen von Girls` Day Unternehmen, beispielsweise:
- Plansee AG, Reutte
- TIWAG, Kraftwerk Amlach, Osttirol
- Höhere Technische Lehranstalt, Fulpmes

 

Der Girls` Day ist eine Veranstaltung der Arbeitsmarktförderungsgesellschaft mbh in Zusammenarbeit mit dem Landesschulrat für Tirol und gefördert von Land Tirol/Arbeitsmarktförderung sowie Land Tirol/JUFF – Fachbereich Frauen und Gleichstellung. 

 

Girls` Day in Europa

·        seit 2001

·        in Deutschland, Österreich, Belgien, Luxemburg, Tschechien, Niederlande, Schweiz, Polen, Spanien, Kosovo, Südtirol

·        Schwerpunkt in den meisten Ländern ist die geschlechtsspezifische Berufsorientierung

·        Ziel: Sensibilisierung für technische, handwerkliche, naturwissenschaftliche Arbeitsbereiche sowie Führungspositionen in verschiedenen Bereichen (z.B. Politik)

·        in fast allen Ländern am vierten Donnerstag im April

·        2009 in Österreich: 13.909 teilnehmende Mädchen (in Deutschland: 127.000)

 

Ursprünge des Girls` Day

·        1993 „Take Our Daughters to Work – Day“ in New Orleans, USA

·        Ursprüngliches Ziel:

-          Karriereplanung auch für Mädchen wichtig

-          auf die große Bandbreite der beruflichen Möglichkeiten aufmerksam machen

·        seit 2003 „Take Our Daughters and Sons to Work – Day“

·        Ziel: Work-Family Life-Balance ist kein Frauenthema sondern ein Familienthema

·        Alter: 8 bis 18

·        Beteiligung 2001: 30% der amerikanischen Unternehmen, 11 Mio. Mädchen

·        Jährlich am vierten Donnerstag im April